Lokalzeitwanderung am Tagebau

Pünktlich zum Beginn des Frühlingswetters fand am 20. April die Frühlingswanderung der WDR Lokalzeit Aachen statt. Obwohl ich lieber alleine wandere statt mich mit 700 anderen Wanderen lindwurmartig durch die Landschaft zu bewegen – bei dem idealen Wanderwetter und vor allem der interessanten Strecke nahm ich das gerne in Kauf.

Tagebau

Die Strecke war nämlich nach dem Motto „Last chance to see“ durch ein Gebiet welches dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen muss, und schon in wenigen Jahren werden statt der Felder und Dörfer dort nur noch ein großes Loch sein. Nicht nur sind die meisten Bewohner schon umgesiedelt und viele der Häuser stehen schon leer, auch auf den Feldern ist der bevorstehende Abbau unübersehbar – Pumpstationen zur Absenkung des Grundwassers entlang der Abbaukante sind alle paar hundert Meter zu sehen.Pumpstation

Haus PalandIm ersten Geisterdorf Borschenich waren die Heiligenfiguren aus den Grotten rund um die Kirche St. Martinus schon ausgebaut worden, auch die Orgel aus der Kirche ist schon weg so daß dem Abbriss nichts mehr im Wege steht. Nahe der Kirche ist die historische Wasserburg Haus Paland, erbaut um 1600 und in Kürze verschwunden. So bitter es für Anwohner ist ihre Heimat zu verlieren, der Verlust solcher historischer Gebäude ist für die Allgemeinheit noch viel größer.

KartoffelsaatDer größte Teil der Wanderung ging durch Felder, und selbst nahe an der Tagebaukante wurden gerade Kartoffeln in die Erde gebracht, als wäre es von den Organisatoren als Livevorführung geplant worden. Geplant war aber natürlich der Infostand von Rheinbraun an dem Aussichtspunkt an der Autobahnausfahrt Jackerath, von wo aus man die riesigen Bagger aus der Nähe sehen kann. Daß dort ein so direkt an der Autobahn gelegener Aussichtspunkt befindet wusste ich noch garnicht, bisher kannte ich nur den etwas weniger spektakulären am Tagebau Inden.

Windmuehle ImmerathWestlich der A61, wo die Orte noch ein paar Jahre mehr Zeit haben bevor sie weggebaggert werden, ist auch schon das andere Kulturdenkmal zu sehen, welches den Baggern weichen muss. Die Windmühle Jackerath aus dem 17. Jahrhundert ist leider schon so sehr vernachlässigt worden und dadurch verfallen, daß eine Umsiedlung sich nicht mehr lohnt. Auch die Pfarrkirche St. Lambertus, erbaut 1888-91 vom Kölner Baumeister Erasmus Schüller – der die Fertigstellung nicht mehr erlebte – wie auch das ehemalige Kloster und spätere Krankenhaus Haus Nazareth sind weitere Baudenkmäler, die unwiderbringlich verlorengehen werden.

Insgesamt ging die Strecke über etwas mehr als 15 Kilometer völlig ohne Steigungen, die in gut vier Stunden leicht zu schaffen waren. 13 Punkte konnte ich bei Geograph dabei einsammeln, in Borschenich war mir jemand anders zuvorgekommen sonst wären es noch drei mehr geworden.
Der TV-Bericht aus der Lokalzeit ist noch in der Mediathek zu sehen, aber wird sind nicht mit dabei.

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