Georallye 2013

RheinkieselKeine Wanderung im eigentlichen Sinne war der Besuch bei der mittlerweile zwölften Georallye der Uni Bonn am letzten Sonntag, es waren nur kürzere Strecken zu Fuß zu den jeweiligen Stationen zurückzulegen.

Das Steinmann-Institut (was für ein passender Name für die Geologie-Abteilung) der Uni Bonn veranstaltet bereits seit 2002 alljährlich diese öffentliche Exkursion, bei der in einer Region etwa zehn geologisch interessante Standorte von Dozenten der Geologie den Laien nähergebracht werden. Ich habe erst letztes Jahr von dieser Aktion erfahren, und damit leider den Besuch in der Nordeifel 2011 verpasst, und obwohl das Ahrtal schon etwas weiter zu fahren war habe ich dieses Jahr endlich die Chance zum Besuch genutzt.

Direkt am Rheinufer in Kripp konnte man sich über die Flusskieselsteine informieren, oder auch gleich selbst welche sammeln. Steine, die der Rhein und seine Nebenflüsse aus den Bergen mitgebracht haben, langsam glattgeschliffen und dann hier am Ufer abgelagert hat. Eine bunte Mischung verschiedenster Mineralien inklusive künstlicher – die Zivilisationsreste Keramik oder Glasflaschen werden genauso glattgeschliffen wie die in Jahrmillionen entstandenen Steine. Der Stand war schon fast zu gut besucht, aber dank eines Infoflyer des Mineralogischen Museums in Bonn weiß ich jetzt daß gerade dieses Kieselsteine noch bis Oktober Thema einer Sonderausstellung sind, also dort noch Gelegenheit wäre das Thema zu vertiefen.

LoessgesichtDeutlich ruhiger ging es dann an der zweiten Station zu, am Schwalbenberg oberhalb Remages, wo de fakto gleich zwei Stationen waren. Zum einen wurde man an der Aussicht auf das enge Mittelrheintal über die Entwicklung des Flusstals informiert, so zum Beispiel daß Kiesel ganz ähnlich wie am vorherigen Stop hier oben im Boden gefunden werden können und damit zeigen, daß der Rhein früher noch auf der Hochebene sein Bett hatte. Etwas unterhalb findet sich ein Hang, an dem mehr als zehn Meter Löß während der Eiszeit abgelagert wurde. Wie die kalten Fallwinde vom Eisschild zusammen mit der spärlichen Vegetation in Mitteleuropa diesen fruchtbaren Boden entstehen ließen war mir gar nicht bewusst gewesen.

Meeresboden LandskroneZwischen den Weinbergen an der Landskrone gab es dann 400 Millionen Jahre alten Meeresboden zu sehen, der während der Auffaltung des Rheinischen Schiefergebirges in eine senkrechte Position gebracht wurde. Sehr schön zu erkennen ist dort, daß die Schichtung im Schiefer nichts mit der ursprünglichen Ablagerungsschichtung zu tun hat, sondern erst bei der Faltung entsteht. Risse in der Felswand zeigen das langsame Öffnen des Rheingrabens, der in Jahrmillionen vielleicht zu einem Meeresarm wird. Als Höhepunkt der Freiluftvorlesung gab es dann spekulative Ansätze zur Erklärung einer Wulst in der Wand, die eine Rinne auf dem flachen Meeresboden war – bei der sich dann ein Geologe als Paläontologe versuchte und ein sehr kreatives Tier als Verursacher der Rinne vorstellte.

Leider war hier schon die Zeit zu weit fortgeschritten, das Erklimmen der Landskrone um die Basaltsäulen des ehemaligen Vulkans anzusehen muss ich mir für einen späteren Ausflug aufsparen. Und auch die anderen Stationen im Ahrtal liessen sich sicher mit einer schönen Wanderung kombinieren – zum Beispiel gibt es in Schuld einen Geopfad mit mehreren geologischen Stationen, nur leider alles von Aachen aus etwas weit zu fahren.

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