Schmetterlinge in Dreiborn

BlaeulingLetzten Sonntag war endlich mal wieder die Gelegenheit, eine der geführten Wanderungen im Nationalpark Eifel mitzumachen, und zwar die uns noch fehlende Schmetterlingstour des Nationalparktreffs Dreiborn. Das Wetter war ideal für eine Wanderung, sonnig und trocken und nicht zu warm, so daß diesmal sogar die ganze Familie mitgegangen ist – die erste Wanderung auf eigenen Beinen für den eineinhalbjährigen Steppke, wenn auch oft auf dem Arm damit wir nicht den Anschluß verlieren.

Die Streckenführung war die gleiche wie bei den vorherigen Touren, mit dem einen großen Unterschied daß diesmal in umgekehrter Richtung gewandert wurde. Da das Thema ja Schmetterlinge waren, bot sich an, eine Stelle mit vielen Brennnesseln am Anfang der Tour zu haben, wo dann der Lebenszyklus der Schmetterlinge erklärt wurde. Es flogen auch einige kleine Füchse dort herum, Raupen waren aber keine zu sehen da wohl gerade die erste Generation des Jahres sich an die Fortpflanzung machte. Aber viel interessanter als diese jedem bekannten Schmetterlinge waren natürlich die im besonders Nationalpark zu findenden Arten – in Erinnerung geblieben sind der Baum-Weißling (Aporia crataegi) und der Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus), von beiden hatte ich vorher noch nie gehört. Letzteren konnte ich auch gut fotografisch festhalten, gegen das Zoomobjektiv eines Mitwanderers kam ich nicht an und konnte nur diesen direkt am Weg still sitzenden Bläuling erwischen.

Trotz der geringen Fotoausbeute eine sehr schöne Wanderung, nur schade daß der Wanderführer aus Zeitgründen nächstes Jahr keine solche Touren mehr anbieten will, also die Tour zum Thema Heuschrecken im August die letzte sein wird. Und auch schade zu sehen, daß viele der Teiche auf der Strecke nun schon stark verlandet sind, die bei den ersten Wanderungen dort noch viel größer waren. Gerade die Amphibien waren die Hauptattraktion für die große Tochter, hoffentlich kann ich dem Steppke in ein paar Jahren dort noch welche zeigen…

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Narzissen im Oleftal

Narzisse an der OlefDie Wildnarzissen sind eine der Attraktionen der Eifel, und nachdem ich die beiden letzten Jahre die Narzissen im Perlenbachtal bewundert habe, ging die Maiwanderung zu den noch etwas weiter entfernten Narzissen im Oleftal. Laut Karte waren die Narzissen nur nahe am Wanderparkplatz Hollerather Knie zu finden, aber das wäre mir eine zu kurze Wanderstrecke für die weite Anreise gewesen. Außerdem waren auch im Perlenbachtal so manche schöne Stellen abseits der größten Vorkommen, so daß ich mir einen Weg ausgearbeitet habe, der die Olef fast vom Stausee bis nahe zur Quelle begleitete.

Da die Hauptvorkommen der Narzissen erst nahe der Quelle zu erwarten waren und als Highlight am Schluß des Wegs liegen sollten, ging es also erstmal durch den Wald bis zur Schutzhütte Daubenscheid. Auch wenn es weitestgehend eigenlich langweiliger Fichtenwald ist, die Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg – vom Gedenkstein an den Ardennenoffensive, die von der Natur schon weitestgehend überwachsenen Drachenzähne bis hin zu Betonresten von Bunkern – sorgten für interessante Abwechslung.

Gedenkstein Ardennenoffensive Drachenzaehne Bunkerreste im Wald

Zwischen den Fichtenparzellen waren auch mal andere Bäume zu sehen, und auch die Frühlingsblüher am Wegesrand – hauptsächlich Huflattich und Pestwurz – sorgten für genügend Fotogelegenheiten.

Weiter gings steil bergab ins Tal des Mertenbach, der dann bis zur Olef mit seinem Gemurmele ein angenehmer Begleiter wurde. Die 150 Höhenmeter galt es dann mitsamt der Olef wieder zu erklimmen, zum Glück viel langsamer als es ins Tal hinunter ging. Es dauerte auch garnicht so lange bis die ersten Narzissen am Fluss zu sehen waren.

Narzissen an der Olef

Der Weg entlang der Olef ist aber bei weitem nicht nur wegen der Narzissen lohnenswert, mindestens genauso interessant sind die an mehreren Stellen zu findenden geologischen Aufschlüsse, wo man schnell erkennt warum die Eifel Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist. An so manchen dieser Felshänge raschelte es, aber die Eidechsen waren viel zu schnell um sie zu entdecken. Mit den einzelnen Ginsterbüschen dürfte dieser Weg auch im Sommer einige tolle Aussichten liefern.

Schieferfelsen

Aber das Highlight waren natürlich die Narzissenwissen am Oberlauf der Olef, alle auf der belgischen Seite aber dank grüner Grenze muss man schon genau hinsehen um die Grenzsteine zu bemerken. Bei der Rast am Gedenkstein für Loki Schmidt, die viel für den Erhalt dieser Wiesen getan hat, hatte man eine schöne Aussicht auf die Völkerwanderung, die auf der belgischen Seite den Narzissenrundweg weitergingen. Wir nahmen aber nur den kürzeren der beiden Rundwege, aber das Bachtal oberhalb der größten Narzissenwiese war wohl erst kürzlich entfichtet worden und noch nicht von Narzissen besiedelt, in einigen Jahren wird man dort wohl noch mehr gelbe Wiesen finden.Narzissenwiese

Die Strecke war 15 Kilometer lang, und bis auf eine Steigung auf dem Weg zurück zum Parkplatz überhaupt nicht anstrengend. Allerdings hatte ich die Zeit unterschätzt die ein Kind für Erkundungen abseits des Weges braucht, so daß wir doch über fünf Stunden unterwegs waren, mit An- und Rückfahrt also eine komplette Tagestour – die sich aber sehr gelohnt hat. Vor allem weil das Wetter sich, kaum das wir im Oleftal angekommen waren, von komplett bedeckt zu längeren sonnigen Abschnitten umgestellt hat. Fotos habe ich weit mehr gemacht als ich hier unterbringen kann, und nebenbei auch noch elf Punkte bei Geograph eingesammelt.

Molchwanderung in Dreiborn

Uriger BaumUnter dem Motto „Über Pfützen und Tümpel – Bunte Wassersalamander entdecken“ fand am 14. April eine geführte Wanderung im Nationalpark Eifel statt, bei der Wanderführer Peter John eine Gruppe von ca. 15 Kindern und ihren Eltern die Amphibien im Nationalpark näherbrachte. Ich habe schon mehrere Wanderung mit meinem Nachwuchs auf dieser Strecke gemacht, aber dank des guten Wetters – sonnig und der erste Tag des Jahres mit 20°C – war es die bislang größte Gruppe bei der wir dort mitwanderten. Die Wanderung zum gleichen Thema im Vorjahr waren wir noch mit Herrn John alleine unterwegs, bei regnerischen 6°C war sonst niemand gekommen.

Aber obwohl wir die Strecke mittlerweile schon auswendig kannten, und auch die Molche schon im Vorjahr gesehen hatten, war dies doch wieder ein Pflichttermin. Und es gab auch wieder neues zu entdecken – der strenge Winter hatte seinen Tribut bei den Hirschen gefordert, und es war faszinierend daß direkt an dem Wanderweg gleich mehrere Hirsche verendet waren. Obwohl noch vier Wochen vorher hoch Schnee lag, waren trotzdem nur noch Haarbüschel und Knochen übrig, den Rest hatte Füchse und Marder schon genutzt.

Bergmolch

Das eigentliche Thema waren natürlich die Molche, es landeten hauptsächlich Bergmolche (Ichthyosaura alpestris) und ein einzelner Fadenmolch (Lissotriton helveticus) in den Becherlupen. Frösche waren eigentlich das Thema der Wanderung im März, aber wegen des Schnees war zu der Zeit noch keiner herausgekommen. Dementsprechend wurde auch ein Grasfrosch (Rana temporaria) gefangen, und nur wenige besonders schnelle Kaulquappen waren schon aus dem Froschlaich geschlüpft. Ein Erdkrötenpärchen (Bufo bufo) auf dem Weg zu ihrem Tümpel wurde auch noch gefunden. Und bis auf die Kröten durften die Kinder auch alle dieser Tieren anfassen, anders als bei vielen Erwachsenen war keinem Kind eines der Tiere eklig. Und als kleine Besonderheit wurde auch noch eine Egel unbekannter Art gefangen – die aber dann doch niemand anfassen wollte. Natürlich wurden alle Tiere vorsichtig behandelt und wieder in die Freiheit entlassen – es ist ja schließlich ein Nationalpark, und unter Naturschutz stehen die Amphibien ohnehin in ganz Deutschland.

Die Strecke war zwar nur knapp fünf Kilometer, aber durch die vielen und langen Beobachtungsstops an den Tümpeln waren wir dennoch fast vier Stunden unterwegs. Von den jahreszeitlich unterschiedlichen Themen der Dreiborner Wanderungen fehlen uns jetzt nur noch die Schmetterlingswanderung im Juli, und die dieses Jahr zum erstenmal angebotene Heuschreckenwanderung im September. Vielleicht trifft man sich ja dort…

Hirschskelett