Narzissen im Perlenbachtal

IMG_6779Der Frühling ist im vollen Gange, und die wilden Narzissen in der Eifel haben auch schon zu Blühen begonnen. Ob ich dieses Jahr wieder eine Wanderung in die Narissenwiesen machen werde weiß ich noch nicht, aber zumindest will ich rechtzeitig einen Streckenvorschlag vorstellen mit dem man die besten Stellen zu sehen bekommt. Ich bin zwar noch nicht die ganze hier beschriebene Strecke in dieser Form gewandert, aber alle Teilstücke auf separaten Touren erkundet. Es gibt zwar vom Nationalparktor in Monschau-Höfen aus einen Narzissen-Rundwanderweg, aber warum dieser die schönsten Stellen im Perlenbachtal ausläßt ist mir ein Rätsel.

IMG_6753Es gibt mehrere Wanderparkplätze rund um das Perlbachtal, am nächsten an den Narzissen gelegen ist jener am Gut Heistert am Ende von Kalterherberg. Allerdings kann man sich am Wochenende die Fahrt dorthin sparen – an einem normalen Wochentag bei durchwachsenem Wetter war habe ich dort schon den letzten Platz nehmen müssen, am Wochenende muss man wohl sehr früh sein oder viel Glück haben. Auch die anderen nahen Parkplätze sind sicher schnell voll, ich empfehle vom Nationalparktor loszugehen, die etwas längere Strecke erspart einem den Parkplatzstress. Von dort kann man zunächst dem Narzissenweg folgen bis man an die Mündung des Fuhrtsbach in den Perlenbach kommt.

Weiter geht es talaufwärts entlang des Perlenbachs, immer den talnächsten Weg folgend denn der Narzissenweg geht kurz nach dem Fuhrtsbach bergan in den Fichtenwald. Es dauert nicht lange und das Bachtal wird breiter und auf den Wiesen entlang des Bachs sieht man die ersten noch vereinzelten Narzissen. Spätestens ab der Brücke über die man zum Gut Heistert gelangt sind die Wiesen dann völlig gelb, und bis zur belgischen Grenze kommt eine Fotogelegenheit nach der nächsten.

IMG_6770An der Grenzbrücke geht es auf deutscher Seite weiter bergan im Tal des Jägersief, wo auch noch mehrere gelbe Wiesen direkt am Weg liegen. Auf belgischer Seite gehen die Bachtäler weiter, aber dort ist auch ein Truppenübungsgebiet der belgischen Armee, wann und wo man dort wandern kann weiss ich leider nicht. Weiter höher im Jägersief werden die Narzissen immer weniger, an der Stelle, wo dann der Narzissenweg aus dem Wald hinzustößt sind keine mehr zu sehen. Auf der anderen Seite des Bergrückens an der Antoniusbrücke trifft man dann wieder auf den Fuhrtsbach, an dem auch noch weitere Narzissenwiesen liegen, allerdings meiner Erfahrung nach deutlich weniger spektakulär. Aber dafür kommt man dann bergab schnell wieder zum Perlenbach.

Die gesamte Strecke dürfte etwa 17 km lang sein – der offizielle Narzissenweg ist 12 km lang, aber das Perlenbachtal verlängert den Weg. Und man wird sicher langsamer unterwegs sein als normal, denn die vielen Fotogelegenheiten nehmen einiges an Zeit in Anspruch. Nur sollte man keine ruhige einsame Wanderung erwarten, bei gutem Wetter am Wochenende ist es fast so voll wie in der Fußgängerzone…

Ein Album mit weiteren Fotos aus dem Perlenbachtal habe ich bei Flickr angelegt.

Narzissen im Oleftal

Narzisse an der OlefDie Wildnarzissen sind eine der Attraktionen der Eifel, und nachdem ich die beiden letzten Jahre die Narzissen im Perlenbachtal bewundert habe, ging die Maiwanderung zu den noch etwas weiter entfernten Narzissen im Oleftal. Laut Karte waren die Narzissen nur nahe am Wanderparkplatz Hollerather Knie zu finden, aber das wäre mir eine zu kurze Wanderstrecke für die weite Anreise gewesen. Außerdem waren auch im Perlenbachtal so manche schöne Stellen abseits der größten Vorkommen, so daß ich mir einen Weg ausgearbeitet habe, der die Olef fast vom Stausee bis nahe zur Quelle begleitete.

Da die Hauptvorkommen der Narzissen erst nahe der Quelle zu erwarten waren und als Highlight am Schluß des Wegs liegen sollten, ging es also erstmal durch den Wald bis zur Schutzhütte Daubenscheid. Auch wenn es weitestgehend eigenlich langweiliger Fichtenwald ist, die Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg – vom Gedenkstein an den Ardennenoffensive, die von der Natur schon weitestgehend überwachsenen Drachenzähne bis hin zu Betonresten von Bunkern – sorgten für interessante Abwechslung.

Gedenkstein Ardennenoffensive Drachenzaehne Bunkerreste im Wald

Zwischen den Fichtenparzellen waren auch mal andere Bäume zu sehen, und auch die Frühlingsblüher am Wegesrand – hauptsächlich Huflattich und Pestwurz – sorgten für genügend Fotogelegenheiten.

Weiter gings steil bergab ins Tal des Mertenbach, der dann bis zur Olef mit seinem Gemurmele ein angenehmer Begleiter wurde. Die 150 Höhenmeter galt es dann mitsamt der Olef wieder zu erklimmen, zum Glück viel langsamer als es ins Tal hinunter ging. Es dauerte auch garnicht so lange bis die ersten Narzissen am Fluss zu sehen waren.

Narzissen an der Olef

Der Weg entlang der Olef ist aber bei weitem nicht nur wegen der Narzissen lohnenswert, mindestens genauso interessant sind die an mehreren Stellen zu findenden geologischen Aufschlüsse, wo man schnell erkennt warum die Eifel Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist. An so manchen dieser Felshänge raschelte es, aber die Eidechsen waren viel zu schnell um sie zu entdecken. Mit den einzelnen Ginsterbüschen dürfte dieser Weg auch im Sommer einige tolle Aussichten liefern.

Schieferfelsen

Aber das Highlight waren natürlich die Narzissenwissen am Oberlauf der Olef, alle auf der belgischen Seite aber dank grüner Grenze muss man schon genau hinsehen um die Grenzsteine zu bemerken. Bei der Rast am Gedenkstein für Loki Schmidt, die viel für den Erhalt dieser Wiesen getan hat, hatte man eine schöne Aussicht auf die Völkerwanderung, die auf der belgischen Seite den Narzissenrundweg weitergingen. Wir nahmen aber nur den kürzeren der beiden Rundwege, aber das Bachtal oberhalb der größten Narzissenwiese war wohl erst kürzlich entfichtet worden und noch nicht von Narzissen besiedelt, in einigen Jahren wird man dort wohl noch mehr gelbe Wiesen finden.Narzissenwiese

Die Strecke war 15 Kilometer lang, und bis auf eine Steigung auf dem Weg zurück zum Parkplatz überhaupt nicht anstrengend. Allerdings hatte ich die Zeit unterschätzt die ein Kind für Erkundungen abseits des Weges braucht, so daß wir doch über fünf Stunden unterwegs waren, mit An- und Rückfahrt also eine komplette Tagestour – die sich aber sehr gelohnt hat. Vor allem weil das Wetter sich, kaum das wir im Oleftal angekommen waren, von komplett bedeckt zu längeren sonnigen Abschnitten umgestellt hat. Fotos habe ich weit mehr gemacht als ich hier unterbringen kann, und nebenbei auch noch elf Punkte bei Geograph eingesammelt.