Schmetterlinge in Dreiborn

BlaeulingLetzten Sonntag war endlich mal wieder die Gelegenheit, eine der geführten Wanderungen im Nationalpark Eifel mitzumachen, und zwar die uns noch fehlende Schmetterlingstour des Nationalparktreffs Dreiborn. Das Wetter war ideal für eine Wanderung, sonnig und trocken und nicht zu warm, so daß diesmal sogar die ganze Familie mitgegangen ist – die erste Wanderung auf eigenen Beinen für den eineinhalbjährigen Steppke, wenn auch oft auf dem Arm damit wir nicht den Anschluß verlieren.

Die Streckenführung war die gleiche wie bei den vorherigen Touren, mit dem einen großen Unterschied daß diesmal in umgekehrter Richtung gewandert wurde. Da das Thema ja Schmetterlinge waren, bot sich an, eine Stelle mit vielen Brennnesseln am Anfang der Tour zu haben, wo dann der Lebenszyklus der Schmetterlinge erklärt wurde. Es flogen auch einige kleine Füchse dort herum, Raupen waren aber keine zu sehen da wohl gerade die erste Generation des Jahres sich an die Fortpflanzung machte. Aber viel interessanter als diese jedem bekannten Schmetterlinge waren natürlich die im besonders Nationalpark zu findenden Arten – in Erinnerung geblieben sind der Baum-Weißling (Aporia crataegi) und der Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus), von beiden hatte ich vorher noch nie gehört. Letzteren konnte ich auch gut fotografisch festhalten, gegen das Zoomobjektiv eines Mitwanderers kam ich nicht an und konnte nur diesen direkt am Weg still sitzenden Bläuling erwischen.

Trotz der geringen Fotoausbeute eine sehr schöne Wanderung, nur schade daß der Wanderführer aus Zeitgründen nächstes Jahr keine solche Touren mehr anbieten will, also die Tour zum Thema Heuschrecken im August die letzte sein wird. Und auch schade zu sehen, daß viele der Teiche auf der Strecke nun schon stark verlandet sind, die bei den ersten Wanderungen dort noch viel größer waren. Gerade die Amphibien waren die Hauptattraktion für die große Tochter, hoffentlich kann ich dem Steppke in ein paar Jahren dort noch welche zeigen…

Wildnistrail

WahlerscheidLetzten Sommer bin ich Wildnistrail durch den Nationalpark Eifel gewandert, ein Fernwanderweg mit vier Tagesetappen von jeweils gut 20 Kilometern. Die Hinweisschilder auf diesen Wanderweg waren mir schon öfter bei kürzeren Wanderungen im Nationalpark aufgefallen. Da ich zuvor noch keine mehrtägige Wanderung gemacht hatte, und ich die Eifelberge schon kannte, war es eine Mischung aus Neugier und Respekt für diese Tour. Im Sommer 2012 kam dann eine familienfreie Zeit, die ich dann genutzt habe.

Über die Webseite des Nationalparks kann man ein Komplettangebot buchen, bei dem sowohl die Übernachtungen als auch der Rücktransport zum Startpunkt in Monschau-Höfen organisiert werden, zusätzlich bekommt man eine Urkunde, eine Wanderkarte (die man aber eigentlich nicht braucht, da der Weg sehr gut ausgeschildert ist) sowie ein Buch mit Erklärungen zur Strecke und dem Nationalpark. Damit brauchteich dann nur noch für meine Kondition zu sorgen, und die Ausrüstung vorbereiten.

Die Strecke gliedert sich in vier Tagesetappen unterschiedlicher Länge, von denen die erste die anspruchvollste und die letzte eher etwas zu kurz geraten ist. Da jede Etappe durch eine andere Landschaft geht, und um genug Platz für meine Fotos zu haben, werde ich einzelne Berichte über jede Etappe schreiben, fürs erste daher nur die Liste.

  1. Monschau-Höfen nach Einruhr, durch Bachtäler und Fichtenwald, mit kleinem Abstecher auf die Dreiborner Hochfläche
  2. Einruhr nach Gemünd über die Ordensburg Vogelsang und die Wüstung Wollseifen
  3. Gemünd nach Heimbach durch die Buchenwälder des Kermeters
  4. Heimbach nach Zerkall, durch Eichenwälder im nördlichsten Teil des Nationalparks

Diese Tour wird sicher nicht der letzte Fernwanderweg sein den ich gehen werde, im Moment reizt mich besonders der Rothaarsteig, da ich am Nordrand des Sauerlands aufgewachsen bin. Ein paar wichtige Erfahrungen bei dieser ersten Fernwanderung: nicht nur gute Wanderschuhe sind wichtig (die hatte ich), auch der Rucksack muss gut sitzen, am dritten Tag wurde der Einfachrucksack unangenehm. Zum Glück war es kühles Sommerwetter, sonst hätte ich noch viel mehr Wasser mitnehmen müssen. Und wenn man durch das Funkloch Eifel wandert sollte man entweder das Handy ausschalten oder das Ladegerät mitbringen – am ersten Tag schon war der Akku leer, und das Ladegerät natürlich zuhause.

Molchwanderung in Dreiborn

Uriger BaumUnter dem Motto „Über Pfützen und Tümpel – Bunte Wassersalamander entdecken“ fand am 14. April eine geführte Wanderung im Nationalpark Eifel statt, bei der Wanderführer Peter John eine Gruppe von ca. 15 Kindern und ihren Eltern die Amphibien im Nationalpark näherbrachte. Ich habe schon mehrere Wanderung mit meinem Nachwuchs auf dieser Strecke gemacht, aber dank des guten Wetters – sonnig und der erste Tag des Jahres mit 20°C – war es die bislang größte Gruppe bei der wir dort mitwanderten. Die Wanderung zum gleichen Thema im Vorjahr waren wir noch mit Herrn John alleine unterwegs, bei regnerischen 6°C war sonst niemand gekommen.

Aber obwohl wir die Strecke mittlerweile schon auswendig kannten, und auch die Molche schon im Vorjahr gesehen hatten, war dies doch wieder ein Pflichttermin. Und es gab auch wieder neues zu entdecken – der strenge Winter hatte seinen Tribut bei den Hirschen gefordert, und es war faszinierend daß direkt an dem Wanderweg gleich mehrere Hirsche verendet waren. Obwohl noch vier Wochen vorher hoch Schnee lag, waren trotzdem nur noch Haarbüschel und Knochen übrig, den Rest hatte Füchse und Marder schon genutzt.

Bergmolch

Das eigentliche Thema waren natürlich die Molche, es landeten hauptsächlich Bergmolche (Ichthyosaura alpestris) und ein einzelner Fadenmolch (Lissotriton helveticus) in den Becherlupen. Frösche waren eigentlich das Thema der Wanderung im März, aber wegen des Schnees war zu der Zeit noch keiner herausgekommen. Dementsprechend wurde auch ein Grasfrosch (Rana temporaria) gefangen, und nur wenige besonders schnelle Kaulquappen waren schon aus dem Froschlaich geschlüpft. Ein Erdkrötenpärchen (Bufo bufo) auf dem Weg zu ihrem Tümpel wurde auch noch gefunden. Und bis auf die Kröten durften die Kinder auch alle dieser Tieren anfassen, anders als bei vielen Erwachsenen war keinem Kind eines der Tiere eklig. Und als kleine Besonderheit wurde auch noch eine Egel unbekannter Art gefangen – die aber dann doch niemand anfassen wollte. Natürlich wurden alle Tiere vorsichtig behandelt und wieder in die Freiheit entlassen – es ist ja schließlich ein Nationalpark, und unter Naturschutz stehen die Amphibien ohnehin in ganz Deutschland.

Die Strecke war zwar nur knapp fünf Kilometer, aber durch die vielen und langen Beobachtungsstops an den Tümpeln waren wir dennoch fast vier Stunden unterwegs. Von den jahreszeitlich unterschiedlichen Themen der Dreiborner Wanderungen fehlen uns jetzt nur noch die Schmetterlingswanderung im Juli, und die dieses Jahr zum erstenmal angebotene Heuschreckenwanderung im September. Vielleicht trifft man sich ja dort…

Hirschskelett